Verhaltensregeln

Vor dem Tanzen

Was mache ich eigentlich, bevor ich zum Forró gehe?

# Hygiene:
Im Idealfall kommst Du frisch geduscht zum Forró, hast frisch gewaschene Kleidung an, etwas gegessen und danach Deine Zähne geputzt. Das klappt natürlich nicht immer. Deswegen denke im Voraus daran, wenn Du unterwegs bist und später noch Forró tanzen willst, Dich richtig auszurüsten: Deo und Kaugummis sind kleine nützliche Helfer für unterwegs. Ein Handtuch eignet sich nicht nur, um eine Liege zu reservieren, beim Forró hilft es auch gegen den Schweiß. Noch wertvoller ist Kleidung zum Wechseln, die übrigens perfekt ist, wenn Du Dich beim Losgehen nicht für ein Outfit entscheiden kannst! Ein kleiner Tipp am Rande: Zu viel des Guten (Parfüms) kann auch abschreckend wirken, denn Geschmäcker sind verschieden.

# Outfit
Wir empfehlen Dir, bei der Auswahl Deines Outfits das im Sport bewährte Motto "Frisch - Fromm - Fröhlich - Frei" zu beherzigen:
Frisch: Ist Deine Kleidung frisch gewaschen? Wenn nein, dann suche Dir ein anderes Outfit aus.
Fromm: Wahrt Deine Kleidung den Anstand? Im Forró geht es um das Tanzen, nicht um die Darstellung der eigenen körperlichen Vorzüge.
Fröhlich: Können alle am Abend fröhlich nach Hause gehen? Wenn Dein Outfit andere Leute verletzt oder selbst zerstört wird, dann gibt es Tränen und das möchten wir vermeiden. Deshalb bitte auf Kleidchen aus Tüll und Spitze und mit vielen Bändchen, auf großen Schmuck und Armbanduhren, auf Kleidung mit rauen Oberflächen oder mit vielen Haken und Ösen sowie auf die Benutzung der vorderen Hosentaschen verzichten.
Frei: Kannst Du Dich in Deinem Outfit frei bewegen? Dauerndes Herumzuppeln, weil irgendetwas verrutscht, beeinträchtigt das Tanzvergnügen. In Kleidung, die herumschlabbert, können sich Hände und Füße verfangen. In der Hektik kann es dann passieren, dass Du plötzlich völlig ohne Kleidung dastehst oder ungewollte Akrobatik vollführen musst.

# Schuhe
Es ist üblich, barfuß oder in Socken bzw. in dünnen Tanzschuhen beim Forró zu erscheinen. Auch Flipflops und Sportschuhe sind okay, solange Du Dich auf ihnen gut drehen kannst. Unangebracht sind jedoch Stiefel und jede Form von High-Heels - Wir wollen ja keine Füße perforieren oder plätten.

Zum Tanz bitten

Ich bin auf einer Forró-Party - Aber wie finde ich nun jemanden zum Tanzen?

# Initiative ergreifen
Wer Forró tanzen möchte, sollte die Initiative ergreifen und sich zumindest an den Rand der Tanzfläche begeben. Wer nur scheu in der Ecke sitzt, wird leider oft übersehen. Bei uns ist es generell üblich, dass alle einander um einen Tanz bitten dürfen, unabhängig von Geschlecht oder Tanz-Niveau. Du kannst Dich also ganz befreit ins Getümmel stürzen.

# Umschauen
Finde eine Person, die tanzen möchte! Das sind in der Regel Leute, die sich alleine an der Tanzfläche aufhalten. Eher ungeeignet sind Personen, die sich gerade unterhalten, an der Bar stehen, auf dem Weg zur Toilette sind oder sich völlig erschöpft nach draußen schleppen.

# Kontakt herstellen
Hast Du eine geeignete Person gefunden, dann baue Blickkontakt auf und frage - am besten mit einem Lächeln auf den Lippen - freundlich nach einem Tanz. Die ausgestreckten Hände können das Anliegen unterstützen oder die Frage sogar vollständig ersetzen. Beachte: Wir fordern nicht zum Tanzen auf, sondern wir bitten um einen Tanz.

Tanz ablehnen

Unglück im Glück: Jemand will mit mir tanzen, aber ich will nicht. Was soll ich tun?

Es ist völlig okay, wenn die Bitte um einen Tanz abgelehnt wird, solange es dafür einen triftigen Grund gibt. Gute Gründe sind zuerst einmal die klassischen Grundbedürfnisse des Menschen: Durst, Toilette, Pause. Darüber hinaus ist nichts dabei Personen zurückzuweisen, mit denen bereits viel getanzt wurde. Es gehört aber zum guten Ton, dass Du die von Dir zurückgewiesene Person später selbst um einen Tanz bittest.
Problematischer ist die Situation, wenn Du befürchtest, dass der Tanz für Dich höchst unangenehm wird und Du ihn deshalb gerne ablehnen möchtest. Bevor Du ablehnst prüfe jedoch, ob Du Deine Befürchtungen nicht mit einer Gegenbitte abmildern kannst: "Ich tanze mit Dir, aber bitte nicht so eng/nicht so wild." Mit stark alkoholisierten, respektlosen oder sexuell aufdringlichen Personen muss selbstverständlich niemand tanzen. In diesen wirklich seltenen Fällen ist eine kleine, kurze Ausrede erlaubt, um den Tanz taktvoll abzulehnen. Solche Vorkommnisse dann aber bitte unbedingt auch melden.

Miteinander Tanzen

Wie verhalte ich mich auf der Tanzfläche?

# Das Berühren der Figüren
Forró wird relativ eng getanzt. Das heißt aber noch lange nicht, dass alle Berührungen erlaubt sind! Unumgänglich ist ein Kontakt an den Händen sowie im Rücken- und Schulterbereich. Jeder weitere Kontaktpunkt entsteht langsam durch Vertrauen und darf nicht erzwungen werden. Das bedeutet auch, dass nicht alle Figuren und Tanzstile sofort und mit jeder Person umsetzbar sind. Bitte also nicht alles kuscheln, nur weil es flauschig ist oder süße Augen hat!

# Gemeinsam tanzen
Was passiert, wenn ein Clown auf ein Faultiert trifft? Oder zehn Jahre Tanzerfahrung auf Schnupperkurs-Niveau? Bei uns alles kein Problem! Sei neugierig darauf, was entsteht, wenn sich zwei Menschen mit all ihren Ideen, Eindrücken, Vorerfahrungen und kuriosen Eigenarten gemeinsam zur Musik bewegen. Nimm dabei immer Rücksicht und gehe auf die Impulse ein, die Du erhältst. Erzwinge nichts! Passe Dich an! Die Tanzfläche ist nicht Deine Show-Bühne, auf der Du Dein Können präsentierst, sondern die Möglichkeit für ein gemeinsames Tanzerlebnis, das beiden gefällt und das beide mitgestalten. Gemeinsam Tanzen steht also für eine kreative Begegnung, aus der etwas Neues erwächst.

# Es gibt keine Fehler
Beim Tanzen gibt es keine Fehler - nur "happy little accidents" und neue Kreationen. Einfach drüber lachen! Und wo keine Fehler gemacht werden können, gibt es selbstverständlich auch nichts zu korrigieren.

# Reden ist Silber
Der Witz des Tanzens besteht darin, sich nonverbal über die Bewegungen und die Musik zu verständigen. Das schließt grundsätzlich Gespräche während des Tanzens aus. Wenn Du Dich also unterhalten möchtest, dann solltest Du sicherstellen, dass das für die angesprochene Person wirklich okay ist und Du nicht voll in die Ästhetik des Tanzes reinquatschst und so den Zauber des Moments zerstörst.

# Tanz abbrechen
Solltest Du dich im gemeinsamen Tanz nicht wohlfühlen, dann mache das deutlich! Wenn zum Beispiel eine fremde Hand an einer Stelle liegt, wo sie für dich nicht hingehört, lege sie bestimmt woanders hin. Wenn Du das Gefühl hast, dass Du zu etwas gezwungen wirst, dann verweigere den Impuls und versuche Distanz zu gewinnen. Wenn solche nonverbalen Befreiungsversuche scheitern, dann bringe Dein Unwohlsein freundlich direkt zum Ausdruck. Stellt sich keine Besserung ein, dann darfst Du einen Tanz ganz ausnahmsweise abbrechen. Solch ein Vorkommnis dann aber bitte unbedingt melden.

# Bedanken und Wechseln
Nach einem Tanz gehört ein "Danke" dazu. Spätestens nach drei gemeinsamen Tänzen solltet Ihr Euch für den Moment voneinander verabschieden.